Wenn Gott etwas wegnimmt: Das Wunder mit dem Rollstuhl

Theo erzählt seine Geschichte
Bibelfreizeit hoffnung weltweit

Theomistocles Turihokubwayo, Leiter der L’ESPERANCE-Highschool in Kigarama, Ruanda, war Anfang August in Deutschland zu Besuch. 

Er hielt einen Workshop auf der Bibelfreizeit von hoffnung weltweit im Westerwald und erzählte seine bewegende Lebensgeschichte. Aufgrund eines schweren Busunglücks 2018 ist er an den Rollstuhl gefesselt. Dadurch brachte die Reise einige Herausforderungen mit sich. Aber wie immer, wenn die Herausforderungen groß sind, ist Gott größer. Davon wollen wir euch hier berichten:

Ankunft mit Hindernissen

Als Theo auf dem Flughafen in Frankfurt am Main ankam, musst er feststellen, dass die Sitzfläche seines Rollstuhls verschwunden war. Diese war bei Abflug abgeschraubt worden, um den Rollstuhl besser verstauen zu können. Nun war sie spurlos verschwunden. Ohne Sitzfläche war der Rollstuhl natürlich unbrauchbar. Was tun?

Theo mit Ingo Bühr und anderen Vorstandsmitgliedern
Theo mit Vorstandsmitgliedern Paul Kowoll, Eveline Smyk, Rivelino Montenegro und Ingo Bühr

Vorstandsmitglied Ingo Bühr wusste Rat. Er lieh für Theo im Familienkreis erst einmal einen Ersatzrollstuhl aus. Auch die Fluggesellschaft hatte ein Einsehen und stellte Theo einen Gutschein für einen „neuen“ Rollstuhl aus. 

Theo wünschte sich sehnlichst einen fahrbaren Untersatz mit weichen Reifen. In der Landwirtschaftsschule sind die Wege zwar inzwischen barrierefrei, aber leider sehr uneben. Theo hoffte auf einen rückenschonenderen Rollstuhl für die holprigen Fahrten.

Nach einer gesegneten aber anstrengenden Freizeitwoche im Westerwald, stand nun die Abreise nach Ruanda bevor.  Blieb nur noch, den „neuen“ Rollstuhl abzuholen, den Ingo während der Campmeeting-Woche im Orthopädiegeschaft Bohländer organisiert hatte. Besonders weiche Reifen hatte er leider nicht.

Orthopädie Bohländer-Betrieb mit Herz

Im Orthopädiegeschäft
Im Orthopädiegeschäft Bohländer

Im Orthopädiegeschäft angekommen, hatte Horst Tschinder, der Theo während seines Deutschlandaufenthaltes betreute, die Idee, noch einmal nachzuhaken. Bereits auf der Freizeit hatte er sich gedrängt gefühlt, einen Spendenaufruf für den besonderen Rollstuhl zu starten und 900 Euro gesammelt. 

Herr Bohländer zeigte ihm ein elektrisches Modell mit Federung der Luxusklasse: stabil, bequem, kippsicher, ideal für Fahrten auf unebenem Gelände. Der Neupreis lag ursprünglich bei 16.000 Euro. Da das Modell gebraucht (aber generalüberholt) war, sollte es jetzt noch 2500 Euro kosten. Leider viel zu viel für unser Budget. 

Preiszettel auf Rollstuhl
Der Zettel!

Während Theo eine Probefahrt machte, erzählte Horst Herrn Bohländer Theos Lebensgeschichte. Daraufhin ging Herr Bohländer ins Haus, kam mit einem Zettel zurück auf dem stand: „1500,- €, Kigali“ und klebte ihn auf den Rollstuhl.  Dank der Sammlung konnte diese Summe tatsächlich aufgebracht werden. 

Theo wusste bis zu diesem Zeitpunkt nichts von der Spendenaktion. Als er erfuhr, dass er diesen Rollstuhl bekommen würde, konnte er es nicht fassen. Horst gratulierte ihm zu seinem „Mercedes“, und beide weinten vor Freude. 

Rückflug

Rollstuhl auf dem Weg ins Flugzeug
Auf dem Weg ins Flugzeug

Zu erwähnen bleibt noch, dass das Sicherheitspersonal von Ethiopian Airlines einen Transport aufgrund des Gewichts und der beiden schweren Batterien zunächst für unmöglich erklärte. Beide Experten waren im weiteren Verlauf des Check In  jedoch plötzlich verschwunden, bis ein Dritter auftauchte, der kommentarlos den Gepäckzettel an dem 150 kg schweren Gefährt befestigte. „Das werden Sie mit Ihrem Gottvertrauen auch noch schaffen“, hatte Herr Bohländer gesagt. Und so war es auch! 

Theo mit Horst
Theo und Horst

Inzwischen sind Theo und seine beiden Rollstühle gut in Kigali angekommen. So hat sich das bewahrheitet, was Horst am Anfang zu Theo sagte, als sein alter Rollstuhl unvollständig ankam: „Preis den Herrn! Das schlimmste, was dir passieren kann, ist, dass du einen Neuen bekommst.“ Nun hat er sogar zwei: einen kleinen, wendigen von Ethiopian Airlines, den er im Haus benutzen kann und den geländesicheren „Mercedes“ mit elektrischem Antrieb. Das Gefährt schafft zu Theos Freude sogar Steigungen.

Drei Leute schieben Theo
Nie mehr schieben

Unsere Verlegenheiten sind Gottes Gelegenheiten. Gerade in Situationen, die uns zunächst als Unglück erscheinen, dürfen wir erst recht vertrauen, dass Er etwas besonderes für uns bereit hält!

Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich durch eine Spende an den Kosten beteiligt haben, sowie an Herrn Bohländer für sein großzügiges Entgegenkommen!

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